Mini-Disk

Die Mini-Disk, bzw. Mikro-Disk, ist ein von der Firma Teldec (Telefunken-Decca Schallplatten GmbH) Anfang der 1980er-Jahre entwickeltes mechanisches, aber dennoch digitales Speichermedium. Sie gilt als eine der letzten Konkurrenztechniken zur Compact Disc (CD).

Ziel der Entwicklung war ein System, das trotz moderner digitaler Datenkodierung durch ihre Ähnlichkeit mit der herkömmlichen Schallplatte (LP) vergleichsweise kostengünstig und zum damaligen Zeitpunkt mit bereits ausgereifter Technik hergestellt werden konnte. Durch Fertigung der Scheiben aus Vinyl waren weder neue Produktionsanlagen (z. B. Pressen) noch völlig neue Technik beim Auslesen der Daten notwendig, wie beispielsweise im Fall der optischen "Abtastung" einer CD. Der damalige Telefunken-Direktor Rolf Schiering sprach 1981 von neunzig Prozent weniger benötigtem Material und vierzig Prozent weniger Lohnkosten gegenüber der herkömmlichen LP.[1]

Zu einer Markteinführung der Mini-Disk kam es nie. Telefunken kämpfte zum Zeitpunkt der Vorstellung bereits mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Während die Compact Disc-Entwickler Philips und Sony viele namhafte Firmen überzeugen konnten, sich an ihrer Entwicklung zu beteiligen und eigene Geräte bzw. Datenträger zu produzieren, fand Telefunken für die Mini-Disk keine Partner. Es bleibt auch zweifelhaft, ob die Konsumenten die Technik angenommen hätten. Vinyl-Schallplatten galten Anfang der 1980er-Jahre als knisternde, unpraktische und pflegebedürftige Relikte; der HiFi-Markt dürstete nach einer einfach zu bedienenden, störungsfreien Technik. Die CD entsprach diesen Erwartungen mit ihrer berührungslosen, optischen Abtastung und einer in Kunststoff eingegossenen Informationsschicht. Die Mini-Disk hätte es mit mechanischer Abtastung im Vergleich schwer gehabt.

  1. Artikel über die Mini-Disk und deren Konkurrenztechniken. In: Die Zeit, 35. Ausgabe, 1981

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