Pelz

Nerz-Kurzmantel, gefärbt, Oberteil mit eingebrannter Musterung durch Lasern (Regensburg, 2016)
Die (Zobel-)Mütze des Monomach, Vorläuferin der Zarenkrone (15. Jahrhundert)

Als Pelz (über mittelhochdeutsch belz und althochdeutsch pelliz entlehnt von mittellateinisch-romanisch pellicia „Pelz“, abgeleitet von lateinisch pellis „Haut“, urverwandt mit „Fell[1]) oder auch Rauchwerk bezeichnet man zu Kleidung und Accessoires verarbeitete Fellarten und Felle von Säugetieren mit zumeist sehr dicht stehenden Haaren.

Felle, Pelze und Pelzwaren gehörten für lange Zeit zu den frühesten Waren des Welthandels.[2] In Europa kam der Fernhandel erst nach der Karolingerzeit aufgrund von Impulsen aus der islamischen Welt auf. Die Jagd erfolgt vielfach durch Angehörige indigener Völker und hauptberufliche Fallensteller. Die koloniale Expansion der europäischen Mächte in Nordamerika, Nordeuropa und in Nordasien war stark vom Pelzhandel motiviert. Herstellung, Verarbeitung und Verkauf wurden von Kürschnern, Zünften, Märkten und Messeplätzen und Handelsgesellschaften organisiert. Diese wurden von den beteiligten Städten und Flächenstaaten privilegiert und politisch sowie militärisch unterstützt. Bis in das späte 17. Jahrhundert gab es in Europa Erlasse und Kleiderordnungen, die manche Pelzarten nur bestimmten Personengruppen und Ständen gestatteten.

Mit der Industrialisierung wurde zwar die Zucht zur Hauptquelle des Ausgangsprodukts, doch wurde der Pelz gegenüber anderen Warengruppen immer unbedeutender; das galt umso mehr für die Fallenstellerei. Der Handel mit den Fellen bestimmter, insbesondere vom Aussterben bedrohter Tierarten, ist aufgrund des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens und anderer Vorgaben seit den 1970er-Jahren eingeschränkt oder verboten. Viele Tierschützer und insbesondere Tierrechtler lehnen darüber hinaus die Nutzung von Pelzen ab.

Die häufigsten zur Pelzgewinnung gehaltenen Tiere sind dabei Fuchs, Iltis, Nerz, Marderhund (unter verschiedenen Namen im Handel, häufig als „Finnraccoon“), Nutria und Chinchilla. In Dänemark ist Nerz, in Finnland Fuchs das am meisten gehaltene Pelztier.

Der Markt für Pelze hat sich seit Ende des 20. Jahrhunderts erheblich nach Asien verlagert. Im Jahr 2002 lag der Gesamtwert der in der EU produzierten Pelze bei 625 Millionen Euro.[3]

  1. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg. von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 192 und 538.
  2. Richard Hennig: Der europäische Pelzhandel in den älteren Perioden der Geschichte, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 23 (1930) 1–25 und Bruno Schier: Wege und Formen des ältesten Pelzhandels in Europa, Frankfurt 1951. Inhaltsverzeichnis.
  3. The Socio-Economic Impact of International Fur Farming, S. 1 (PDF) (Memento vom 11. März 2006 im Internet Archive)

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