Reichstaler

Kurfürstentum Sachsen, Reichstaler von 1575 aus der Münzstätte Dresden, Mmz. HB

Der Reichstaler (bis etwa 1901 geschrieben Reichsthaler; abgekürzt Rthlr., Rthl., rthl., Thl.) ist eine vom 16. bis zum 19. Jahrhundert im Heiligen Römischen Reich verbreitete große Silbermünze. Große Silbermünzen ähnlichen Silbergehalts, teilweise auch ähnlicher Bezeichnungen (z. B. dänisch Rigsdaler), wurden vielfach nachgeahmt.

Nach dem Aufkommen der ersten großen Silbermünzen der Frühneuzeit in Mitteleuropa entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein Bedarf an der reichsweiten Standardisierung dieser Münzen. Nach wenig erfolgreichen Versuchen, eine Reichsguldiner genannte Großsilbermünze zu etablieren, ließ die Augsburger Reichsmünzordnung von 1559 mit dem von 1566 erlassenen Reichsmünzedikt Talermünzen (Reichstaler) im Wert von 68 Kreuzer als offizielles Geld des Reiches zu. Dem Münzfuß dieser Reichstaler lehnten sich die in Nord-, West- und vor allem in Mitteldeutschland mit dem silberreichen Kurfürstentum Sachsen verbreiteten Joachimstaler Guldengroschen und ähnliche Münzen stark an. Sie hatten ein Feingewicht von knapp 26 g.

Die Bezeichnung Reichstaler bürgerte sich auch für einen gegenüber Veränderungen des Münzfußes unabhängigen Wertstandard in Silberwährung ein (Rechnungsmünze).

Ab 1750 prägte Preußen eine mit der Beschriftung „Reichsthaler“ versehene Münze im Graumannschen 14-Taler-Fuß, die nur etwa zwei Drittel des eigentlich erforderlichen Feinsilbers enthielt.


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